Für die Arbeit im Weinberg braucht man geeignete Werkzeuge.

Eines der wichtigsten Geräte ist der Kompoststreuer, den man auch in alten Hanglagen einsetzen kann.

Daher lohnt es sich vor dem Kauf eines solchen Streuers das Gerät richtig zu konfigurieren. 

Hier haben wir die wichtigsten Punkte, Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

  1. Für welche Zwecke brauche ich den Streuer? Weinbau / Obstbau / Hopfenbau?
  2. Welche Breite soll der Streuer haben?
  3. Wie hoch soll der Streuer sein?
  4. Auswurf vorne oder hinten?
  5. Benötige ich einen hydraulischen oder mechanischen Antrieb?
  6. Kann ich mit dem Streuer Kalk streuen?
  7. Soll der Streuer ungebremst oder gebremst sein?
  8. Kann man Stroh vom Quaderballen in die Gasse verteilen?
  9. Wie fein muss der Kompost sein?
  10. Kann ich Rindenmulch, Pferde- oder Alpakamist streuen?
  11. In welche Richtung kann man streuen?
  12. Wie breit kann man streuen?
  13. Wozu braucht man einen Stauschieber?
  14. Welche Bereifung ist optimal?
  15. Kann man ohne Streuteller arbeiten?
  16. Ist der Streuer für Trester geeignet?
  17. Wie verlade ich meinen Kompoststreuer, wenn der Frontlader am Schmalspurschlepper zu
    niedrig ist?
  18. Kann man die Auswurfwinkel am Teller anpassen oder ändern?
  19. Wird der Unterlenker nach oben gezogen, wenn der Streuer nur hinten beladen ist?
  20. Muss der Kompoststreuer als Nachläufer funktionieren?

Für welche Zwecke brauche ich den Streuer? Weinbau / Obstbau / Hopfenbau?

Die Grundfrage bei der Wahl eines entsprechenden Kompoststreuers ist für welche Sonderkultur man ihn braucht. Für die Konfiguration ist es sehr hilfreich zu wissen, ob das Gerät im Weinbau, Obstbau, Hopfenanbau, oder den Anbau von Erdbeeren in Folientunneln verwendet werden soll.

Welche Breite soll der Streuer haben?

Die Breite der Gasse bestimmt die Breite des Kompoststreuers. Um den Streuer perfekt auf Deine Bedürfnisse anpassen zu können, sollte die Beschaffenheit deiner Anbaugebiete berücksichtigt werden. So sind zum Beispiel ältere Hanglagen im Weinbau schmäler und aus
diesem Grund sollte man die schmalste Breite in Betracht ziehen. Grundsätzlich ist die Breite von 1,6 m für Obstbau und Hopfenanbau geeignet. Mit einer Breite von 1,4 m arbeitet man am besten in Folientunnel. Der schmalste Miststreuer ist 1,2 m
breit und funktioniert einwandfrei im Weinbau.

Welche Breite soll der Streuer haben? 06 Kompoststeuer für Wein

Wie hoch soll der Streuer sein?

Die Höhe des Kompoststreuers ist durch Hagelnetze, Seile oder die Unterkonstruktion von Folientunnel begrenzt. Bei der Konfiguration des Streuers sollte darauf geachtet werden, dass die Höhe von Bordwand und Stauschieber bis zu vier Meter über den Boden hochgezogen werden kann.



Auswurf vorne oder hinten?

Der Auswurf vorne ermöglicht eine bessere Kontrolle beim Streuen. Allerdings hat diese Lösung auch einen Nachteil: der Kompoststreuer verliert entweder an Fassungsvolumen oder ist um 0,5-0,8 m länger. Häufig wird der Streuadapter vorne montiert, wenn man den Miststreuer bei Beeren oder Birnen anwendet.


Benötige ich einen hydraulischen oder mechanischen Antrieb?

Der erste Unterschied zwischen dem mechanischen und hydraulischen Antrieb: Kratzboden mit Ölmotor angetrieben funktioniert stufenlos. Dazu kann man jederzeit nach Bedarf den hydraulisch angetriebenen Kratzboden stoppen oder beschleunigen, um die Menge des Streuguts anzupassen. In dieser Lösung werden Kratzboden und Streuteller durch einen Ölmotor mit 2 Ölanschlüssen bedient. Die Streuwalzen (Zerkleinerwalzen funktionieren separat) werden über Gelenkwelle angetrieben. Solche Verteilung der Antriebe sichert stabile, gleichmäßige und pausenlose Durchführung der Arbeiten. Die Schneckenwalzen
arbeiten ständig, das Streugut wird fein zerkleinert und schön mit Streutellern verteilt. Rückfahrt des Bodens (Bewegung der beiden Ketten nach vorne) ist jederzeit möglich. Falls man nicht genug Ölanschlüsse am Trecker hat – der mechanische Antrieb über eine Gelenkwelle ist eine sichere Alternative. In dieser Konfiguration alle 3 Elemente wie Kratzboden, Schneckenwalzen mit Klingen und Streutellern werden über Weitwinkelwelle angetrieben.

Benötige ich einen hydraulischen oder mechanischen Antrieb - Kompoststreuer

Kann ich mit dem Streuer Kalk streuen?

Auch Kalk kann mit dem Kompoststreuer verteilt werden. Folgendes sollte aber berücksichtigt werden: Kalk ist schwer, deshalb sollte der Miststreuer niemals voll beladen werden. Eine Ergänzung mit Ketten ist sehr empfehlenswert. In der Praxis bedeutet es, dass man zweimal mehr Balken auf dem Kratzboden verbauen muss. Eine solche Ergänzung mit Ketten und Balken ist ratsam, wenn man solches schweres gut oft und viel aufs Feld bringen will.


Braucht der Streuer eine Bremse? Kann er ungebremst oder muss gebremst sein?

Der Kompoststreuer kann ohne Bremstrommeln oder mit Bremsanlage ausgestattet werden.
Die Ölbremse oder pneumatische Druckluftanlage sind die besten Optionen für jeden, der
auf Hanglagen arbeitet. Besonders im Herbst, wenn man mit Trester fährt und die Gassen am
Morgen oder nach Regen nass sind, wird die Bremsanlage empfohlen.


Kann man Stroh vom Quaderballen in die Gasse verteilen?

Das Verteilen von Stroh ist möglich, man braucht keinen zusätzlichen Streuer dafür. Man kann entweder die hintere Klappe öffnen und Seitenklappen geschlossen halten oder man baut die Streuteller ab und fährt mit der Stahlhaube durch die Gassen. Die Haube schützt die Rebstöcke und Blätter vor Staub und Strohresten. Die Haube kann wahlweise demontiert und das Stroh direkt in die Gasse gleichmäßig verteilt werden


Wie fein muss der Kompost sein?

Es spielt keine Rolle ob der Mist grob oder fein ist, trocken oder nass, mit langem oder kurzem Stroh oder gefroren. Die horizontalen Schneckenwalzen mit den Klingen zerkleinern jeden Kompost und die Teller mit den vertikalen Flügeln werfen sehr fein das Streugut in die gewünschte Richtung.


Kann ich Rindenmulch, Pferde- oder Alpakamist streuen?

Hier ist besonders zu betonen, dass auch die Mistart keine Rolle spielt. Die zwei Schneckenwalzen werden unabhängig von Öldruck und Leistung der Ölpumpe am Schlepper durch die Gelenkwelle angetrieben. Das sichert die stabile ungebremste Leistung der rotierenden Klingen. Es ist ein großer Vorteil unserer Kompoststreuer, dass weder Leistung noch Geschwindigkeit nachlassen, wenn größere Mengen an Mist auf die Schneckenwalzen fallen!


In welche Richtung kann man streuen?

Das Streuen kann in jede beliebige Richtung erfolgen: Nur nach hinten, wenn man die hintere Klappe öffnet und die seitlichen Klappen schließt. Nur nach rechts oder nach links, wenn man die Seitenklappen entsprechend einstellt. Es ist auch möglich in beide Richtungen (links und rechts) zu streuen oder in alle gleichzeitig, wenn man alle drei Klappen öffnet.


Wie breit kann man streuen?

Die Streubreite ist von mehreren Faktoren abhängig und kann nach Wunsch des Fahrers
verändert werden. Der Auswurf kann durch die Geschwindigkeit der Streuteller angepasst
werden. Außerdem ist es möglich die Neigung der Teller mechanisch anzupassen. Es ist auch
möglich mit den Stauschiebern sowohl die Menge des Streuguts als auch die effektive
Streubreite an vorhandene Bedingungen anzupassen.


Wozu braucht man einen Stauschieber?

Die hydraulisch gesteuerte Rückwand schützt davor, dass Streugut von der Brücke oder über die Streuwalzen auf öffentliche Straßen gelangen kann. Eine weitere Funktion des Streuschiebers ist eine präzise Anpassung der Streumenge. Die zweistufige Regulierung des Auswurfes durch den Stauschieber und die Geschwindigkeit des Kratzbodens ermöglicht die volle Kontrolle über die Verteilung, egal ob man mit der Arbeit mit voller Pritsche beginnt oder mit kleiner Menge zu Ende fährt.


Welche Bereifung ist optimal?

Die Bereifung sollte immer optimal an ihre Anforderungen angepasst werden. In feuchteren Regionen werden breitere Räder (400er oder 500er) empfohlen. Schmale Kompoststreuer (1,2 m) sind auf zwei starre Achsen gebaut und arbeiten auf niedrigen 10 Zoll Reifen. Es ist enorm wichtig gut und sicher auf allen vier Rädern zu fahren, wenn man sich oben an einer Hanglage am Ende der Reihe befindet, der Streuer noch voll ist und die Zugmaschine um 180 Grad umgedreht werden muss.


Kann man ohne Streuteller arbeiten?

Bei der Verteilung von Kompost oder Stroh können die Streuteller unkompliziert abgebaut werden. Dafür schließt man die Ölventile und schraubt den Arbeitstisch ab. Nun kann das Streugut durch Schneckenwalzen mit Klinken zerkleinert und nach hinten geworfen werden. Die Arbeitsbreite bleibt dabei gleich.


Ist der Streuer für Trester geeignet?

Es ist möglich Trester mit unserem Streuer zu fahren. Dabei wird die Streumenge mit dem Stauschieber angepasst. Oft werden die Seitenklappen geschlossen und die „gepressten Trauben“ fallen durch die hintere Öffnung in die Gasse.


Wie verlade ich meinen Kompoststreuer, wenn der Frontlader am Schmalspurschlepper zu niedrig ist?

Häufig kommt es vor, dass ein kleiner Radlader oder Frontlader am Schmalspurschlepper keine ausreichende Hubhöhe hat, was die Arbeit erschwert. In solchen Fällen kann man die Aufsatzbordwände, die mit Bordwandverschlüssen und Scharnieren ausgestattet sind, einfach öffnen und die Ladekante von circa 2,3 m auf 1,8 m minimieren. Da die effektive Ladehöhe aber zum Beispiel auch von der verbauten Reifengröße abhängig ist, sollte die Konfiguration immer individuell besprochen werden.


Kann man die Auswurfwinkel am Teller anpassen oder ändern?

Die Neigung der Streuteller kann manuell angepasst werden. Mithilfe eines Griffes am
Adapter kann der Arbeitswinkel einfach und beliebig geändert werden, sodass das Streugut
direkt und präzise unter Bäume, Sträucher oder Rebstöcke fallen kann.


Wird der Unterlenker nach oben gezogen, wenn der Streuer nur hinten beladen ist?

Die sogenannte negative Stützlast auf die Knickdeichsel, die am Ende des Miststreuers bei einem Einachser entstehen kann, verhindert, dass der Streuer den Unterlenker nach oben zieht und die Gelenkwelle beschädigt. Mit zwei robusten, anpassbaren Laschen wird die Knickdeichsel mit dem Oberlenker starr verbunden. Die Laschen blockieren die Deichsel vor einem unerwünschten Anheben. Diese Stahlprofile sind mit jedem Schlepper kompatibel. Die Bleche sind vorgelocht und man kann jeden beliebigen Abstand zwischen Deichsel und Oberlenker sicher fixieren.


Muss der Kompoststreuer als Nachläufer funktionieren?

Es ist kein Muss – dennoch ist es sehr praktisch! Die Knickdeichsel macht den Kompoststreuer sehr wendig. Diese Lösung ist sehr populär und beliebt. Besonders im Weinbau, wo die Gassen recht eng sein können und Wendemöglichkeiten oft stark beschränkt sind. Im Vergleich zu einer Lenkachse kann man mit der Knickdeichsel sowohl an Kosten als auch an Pflegeaufwand sparen.


Sollten Sie sonst noch Fragen zum Weinbergstreuer haben – schreiben Sie uns eine WhatsApp oder rufen Sie uns einfach direkt an.

Alles Gute wünscht Raffael von Agrospar.de

Rafał Czuchra

+49 09842 9538 222